Über Uns

Das Sertigtal, unser Zuhause

Seit 1992 wohnen wir hier im Sertigtal. Als Pächter haben wir das damalige Kurhaus Sertig übernommen. Im 1995 konnten wir die alte Liegenschaft erwerben. Im 1999 haben wir unser Traumhaus, das Walserhuus Sertig, gebaut. Wir sind gerne Gastgeber, geniessen diesen einmaligen Ort und sind uns der Schönheit dieser Oase bewusst. 

 

Christian und Nadja erzählen

Christian

Liebe Gäste

Mein Bericht erreicht Sie dieses Mal aus meiner Lehr­Heimat Eggiwil. Immer noch stehe ich vier Tage in der Metzgerei und einen Tag flitze ich nach Bern in die Berufsschule. Die Arbeit ge­ fällt mir gut, fast täglich gibt es neue Erfahrungen. Mein Arbeitstag beginnt um 5.30 Uhr und endet zwischen 16.00 und 17.30 Uhr. Wenn man Metzger ist, denken immer alle nur, dass wir Leben beenden. Aber nein, letzthin haben wir drei Leben gerettet. Ein Bauer hat ein Mutterschaf ge­ bracht. Ich wusste nicht warum. Die Weisung vom Chef war einfach nur: Sobald ich das Schaf geschossen habe, hältst Du die hinteren Beine ganz fest auseinander. Ich wusste nicht warum. Gesagt getan. Nachdem die Seele vom Schaf Richtung Himmel unterwegs war, hat er dem Schaf ganz liebevoll den Bauch aufgeschnitten und drei kleine Lämmer aus dem Bauch geholt. Wir haben den drei Kleinen den Schleim aus Mund und Nase genommen, etwas Salz in den Mund gegeben und diese etwas abgetrocknet. Es ging nicht lange, sprangen die Drillinge in unserer Metzgerei herum. Es war für mich ein tolles Erlebnis. In der Berufsschule werde ich immer wieder genötigt, für

meine Mitschüler zu kochen. Wer denn sonst ... Es macht aber Spass, zwi­ schendurch die Kochlöffel für andere zu schwingen.

In meiner kleinen 2­Zimmer­Wohnung in Eggiwil fühle ich mich sehr wohl. Meine Mutter sagt immer, ich kann nicht verstehen, wie sauber und ordent­ lich du bist. Ich höre es gerne, war ich doch im „Hotel Mama“ nicht immer ein Vorbild. Ich koche mir jeden Tag mein Mittag­ und Abendessen selber. Ab und zu stibitze ich meinem Vater im Walserhuus seine hausgemachten Spätzli, die gibt es sonst einfach nir­ gends. Die Wochenenden verbringe ich, wenn immer möglich, zu Hause. Die Berge fehlen mir etwas im Emmental. Und die brauche ich einfach! Ein Bündner halt und Jäger noch dazu! So kommt es auch, dass der Sonntagabend nicht immer mein „Lieblingsabend“ ist. Zwei bis drei Mal trainiere ich mit dem Schwingclub Schangnau, Langnau und Trub. Es macht Spass, andere Trainings zu erleben. Der Andrang in den Schwingkellern ist sehr gross. Wir sind immer bis zu 30 Schwinger pro Training.

Ich hoffe, die Vorbereitungen tragen Früchte auf den kommenden Schwing­

feste. Im Bündnerland werde ich am NOS, am Bündner Glarner Schwingfest und an meinem Heimschwingen im Sertig teilnehmen. Mit dem Berner Verband besuche ich folgende Schwin­ gfeste: 14.05. „Emmentalisches“, am 28.05. das „Seeländische“ und am 03.06. das „Oberargauische“. Dies sind alles Kranzfeste. Weiters werde ich an einigen Nichtkranzfesten teilnehmen. Vielleicht treffe ich Sie auf dem Schwing­ platz, oder wie gesagt, am Wochenende im Sertigtal.

Mein super tolles Erlebnis: ein Fussball­ match zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach am 1. April in Frankfurt. Zusammen mit mei­ nem Vater durfte ich auf Einladung von unseren lieben Gästen dieses einzigar­ tige Match besuchen. Das Stadion mit 51‘000 Zuschauern war ganz ausge­ bucht. Es hat mich tief beeindruckt, wie die Zuschauer während des ganzen Spiels ihre Mannschaften lauthals un­ terstützten! Vielen lieben Dank an un­ sere Gäste, es war einfach nur mega toll!

Ich würde mich auf ein Wiedersehen freuen! Herzlichst, Ihr Christian

 

Nadja

Liebe Gäste

Mit einem lachenden und einem wei­ nenden Auge habe ich mich vom elterli­ chen Betrieb verabschiedet und mich auf 2‘600 m. ü. d. M. begeben. Die Jatzhütte auf dem Jakobshorn war mein nächstes Ziel. Dort hatte ich eine Anstellung als „Servierdüse“. Ich freute mich auf diese Herausforderung, wollte endlich wissen, was streng arbeiten heisst. Und siehe da, ich habe es erfah­ ren.

Mein Arbeitsplatz liegt traumhaft schön, rundherum die Davoser Berg­ welt und das Schönste daran, der Blick ins Sertigtal auf meine drei geliebten Berge Mittagshorn, Plattenflueh und Hoch Ducan.

Jeden Morgen bin ich in meine Ski­ schuhe eschlüpft, habe Ski und Stöcke unter den Arm genommen und ab zur Jakobshorn Bahn. Mit der Gondel bin ich ganz hoch gefahren. An der Bergstation wartete fast jeden Morgen irgend ein Mitbringsel für die Jatzhütte auf mich. Einmal waren es 180 Eier und drei Liter Flüssig­Ei. „Nadja, bitte nimm du das, du schaffst das.“ Der Spruch meiner lieben Arbeitskollegen. Klar schaffe ich das als Schwester von einem Schwinger. Ein an­ deres Mal wartete ein Rettungsschlitten mit einem Küchengerät auf den Transport. Auch das war eine neue

Herausforderung, die ich mit einem Lächeln annahm. Toll auch diese Erfahrung! Bei Schneefall hiess es am Morgen um acht Uhr bereits Schnee­ räumen! Unsere riesige Terrasse wollte von dieser weissen Pracht befreit wer­ den. Bei schönem Wetter hatten wir ganz oft ganz viel Betrieb. Es hat Spass gemacht, die Jatz­Gäste zu verwöhnen, ob in englischer, italienischer, französi­ scher oder deutscher Sprache. Viele glückliche Gesichter, viele tolle Feste ha­ ben wir gefeiert und ab und zu einen „ge­ schottet“!

Die Talfahrt nach dem Feierabend, eine rasante Skiabfahrt bis zur Mittelstation. Wie habe ich diese extrem schnellen Abfahrten geliebt! Ob im Nebel oder bei schönem Wetter, es war einfach im­ mer toll.

Nebst dem Skifahren habe ich meine zweiten Gehversuche auf den schmalen Brettern (Langlaufski) gemacht. Meine Kolleginnen haben mich dazu überredet und dies nach dem Feierabend auf der Nachtloipe. Oje, wie anstrengend, das ist wohl nichts für mich, habe ich mir am ersten Abend gedacht. Beim nächs­ ten Anlauf hat es bereits besser ge­ klappt und gegen Frühling war ich fast süchtig nach diesen Brettern. Nun war­ ten sie geduldig im Keller auf den nächs­ ten Schnee.

Eine Woche nach Ostern ist unsere Wintersaison zu Ende. Dann geht’s ab für 3 Wochen nach Südafrika mit mei­ ner Mitbewohnerin. Eine Rundreise durch den Krügerpark ist angesagt. Ich freue mich riesig!

Dann wartet die Herausforderung NOS. Dort betreibe ich die Gabenbeiz. Ich freue mich sehr darauf, fühle ich mich doch in den Schwingerkreisen ein­ fach wohl.

Danach, am 19. Juni heisst es Koffer packen. Ich packe meinen Koffer mit ei­ ner Kochhose, Kochschuhen, einer Kochjacke, einem Kochhut, einem Messerkoffer und vielen Schul­ unterlagen. Mein Lehrbetrieb erwartet mich am 20. Juni um 9.00 Uhr in der Küche vom Schlosshotel Chasté in Tarasp. Die nächsten zwei Jahre wird es mein zu Hause werden.

Auch würde ich mich risig über einen Besuch von Euch, liebe Walserhuus Gäste und Ziitigs­Läser freuen.

Wer weiss, vielleicht sehen wir uns im Engadin wieder!

Nun grüsse ich Sie herzlichst Ihre Nadja